Der Europäische Sozialfonds (ESF) fördert Existenzgründungen, die Aussicht auf Erfolg haben. So bis August 2005 auch unsere. Hier gibt es einige Informationen für Interessierte: Wer wird gefördert, wie wird man gefördert, was ist zu beachten?

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Unsere Startspritze: Der Europäische Sozialfonds (ESF)

Die hier geschilderte Förderung fand statt im Jahr 2004, die Fakten können veraltet sein.

ESF – was ist das?

Unsere Existenzgründung wurde im ersten Jahr gefördert vom ESF, dem Europäischen Sozialfonds. Hierbei handelt es sich um ein Förderprogramm der Europäischen Union, das die Arbeitsmarktsituation in den einzelnen Ländern verbessern soll.

Sozial ist der ESF bestimmt, er fördert beispielsweise Fortbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose und Menschen, die es schwer auf dem Arbeitsmarkt haben. Aber was viele nicht wissen ist, dass auch viele andere Maßnahmen gefördert werden, wie z. B. Existenzgründungen von Berufsrückkehrern und Akademikern ohne feste Anstellung. Auf den Bundesseiten des ESF ist bei Politikbereich D zu lesen: „Förderung von qualifizierten und anpassungsfähigen Arbeitskräften, der Innovation und der Anpassungsfähigkeit bei der Arbeitsorganisation, der Entwicklung des Unternehmergeistes sowie der Qualifizierung und Verstärkung des Arbeitskräftepotentials in Forschung, Wissenschaft und Technologie.“

Hier der Link zur offiziellen ESF-Seite.

Tipps für Existenzgründer

Es hätte uns bei der Antragstellung sicher geholfen, hätten wir im Internet mehr Informationen darüber finden können, wie man sich um Förderung beim ESF bewirbt. Deshalb diese Seite, um denen zu helfen, denen es vielleicht genauso geht. Wenn Sie konkrete Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Diese Seite versteht sich als Erfahrungsbericht, alle Angaben auf dieser Seite sind deshalb ohne Gewähr.

Wer hat Anspruch darauf, vom ESF gefördert zu werden?

Bei der Förderung von Existenzgründungen gilt: Es werden Berufsrückkehrer und Akademiker ohne feste Anstellung gefördert. Honorartätigkeiten innerhalb eines gewissen Rahmens spielen dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, denn sonst ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig und man hat evtl. Anspruch auf die Förderung der berühmten Ich-AG.

Man benötigt klare Vorstellungen davon, was man genau gründen will, und das Konzept muss überzeugen und Aussicht auf langfristigen Erfolg haben.

Es wird personenbezogen gefördert, wollen also mehrere Personen beispielsweise eine GbR oder eine OHG gründen, dann reicht jeder gesondert einen Antrag ein, auch wenn das Konzept vielleicht für alle gleich ausfällt.

Was wird benötigt?

Man braucht zunächst ein Konzept, das erkennen lässt, dass man es ernst meint und dass man selbst daran glaubt. Wie soll die geplante Firma zunächst aussehen, wie könnte sie sich in der Zukunft entwickeln? Welche Ideen habe ich? Warum bin ich geeignet dazu, diese Firma zu gründen (Qualifikationen)? Wie stelle ich mir die Abläufe vor (plane ich z. B., die Buchhaltung selbst zu übernehmen, oder brauche ich einen Buchhalter dafür? plane ich eine Internetseite, und wenn ja, muss ich dann einen Grafiker bezahlen? wo sollen die Geschäftsräume sein?) Dieses Konzept darf ruhig ausführlich ausfallen, 10 oder 20 Seiten umfassen. Und man darf ruhig ein bisschen Begeisterung durchscheinen lassen.

Zusätzlich zum ausformulierten Teil sollte man Zahlenmaterial vorlegen: Einen Investitionsplan darüber, wie viel und wofür Kapital benötigt wird und woher das Geld kommen soll – es kann einmal natürlich aus den ESF-Mitteln kommen, andererseits aus Eigenkapital oder Krediten. Wenn man überhaupt kein Kapital braucht, braucht man wahrscheinlich auch keine ESF-Mittel, aber die Investitionen sollten sich in einem vernünftigen Rahmen halten und nicht als „Verschwendung“ der ESF-Mittel ausgelegt werden können. Man braucht einen Liquiditätsplan, der für das erste Jahr genau aufschlüsselt, was man an Ein- und Ausgaben prognostiziert und zeigen soll, dass man damit rechnet, das ganze Jahr über „liquide“ zu sein, daher der Name. Eventuelle Minusbeträge müssen also durch Geldquellen wie Eigenkapital und Kredite gedeckt sein. Schließlich muss eine Rentabilitätsvorschau über drei Jahre vorgelegt werden. Man sollte davon ausgehen können, dass am Ende des zweiten Jahres das Geschäft so rentabel läuft, dass man seinen Lebensunterhalt davon bestreiten kann. Dazu sollte man auch eine Übersicht über persönliche Lebenshaltungskosten beifügen.

Dem Antrag beigefügt werden muss weiterhin eine Bestätigung der Agentur für Arbeit, dass man zwar arbeitssuchend gemeldet ist, aber keinen Anspruch auf finanzielle Förderung durch die Agentur für Arbeit besteht. Des Weiteren braucht man ein Gutachten, das z. B. die IHK ausstellen kann.

Wo bewirbt man sich um ESF-Mittel?

Der Antrag wird eingereicht beim Amt für Wirtschaftsförderung, hier wird man auch entsprechend beraten und man kann nachfragen, woher man das Gutachten bekommen kann. Die (hoffentlich!) Zusage kommt dann später vom Versorgungsamt, das auch für die Zuteilung des Geldes zuständig ist und dem man dann später Bericht erstattet.

Die Preisfrage: Wie hoch sind die ESF-Mittel?

Die ESF-Förderung währt ein Jahr und umfasst 750 Euro monatlich. Sie soll dazu beitragen, dass für die Startphase der Lebensunterhalt gesichert ist und man so den Rücken frei hat, um loszulegen und vielleicht ein bisschen zu experimentieren ... Gut zu wissen für Leute mit Kindern: Falls keine Betreuung durch den Partner möglich ist, wird die Kinderbetreuung noch einmal extra bezuschusst.