Helen Sonntag. dumela Botswana. Eine abenteuerliche Reise in Afrika

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dumela Botswana, Leseprobe

Hysterische Rufe hallen durch das Dunkel: „Hyena, Hyena!“ Sie kommen vom Sanitärhaus, etwa zweihundert Meter entfernt. Nelia und ich schauen uns an. Zwischen dem Sanitärhaus und unserem Campingplatz steht dichtes Gebüsch; der Weg ist tiefsandig. Einhundert Meter entfernt ist der Nachbarstellplatz. Dort wohnen die Südafrikaner, die wir immer wieder auf der Reise durch Botswana treffen. Sonst ist niemand hier. Niemand? Na ja. Das wissen wir nicht so genau. Man sagt: Du sieht nur zwanzig Prozent dessen, was dich sieht. Hier im Licht sind wir, vier Erwachsene, zwei Paare. Alle mit dem Virus Afrika infiziert und sehr beschäftigt. Es ist Abend, die gefÄhrliche Nacht naht. Sicher sind wir, solange das Lagerfeuer brennt. Die Männer richten die Dachzelte, die Frauen bereiten das Abendessen. Wieder stehen unsere beiden Autos als Wagenburg um uns herum. Der Lichtstrahl der Campinglampen leuchtet in das Dunkel des umliegenden Gebüschs. Ein alter Trick: Sollte sich ein Tier nähern, reflektieren als Erstes die Augen das Licht.

Unsere Wagenburg ist erleuchtet, sonst ist es tiefdunkel. Sehen können wir außerhalb des Lichtkreises nur die ebenfalls leuchtende Wagenburg der Südafrikaner. Erneut schallen Rufe: „Hyena, please pick me up with the car!“ Unsere Nachbarn laufen seit dem ersten Ruf aufgeregt hin und her. Nun setzt sich ein Mann in einen der Jeeps und fährt los. Nelia drückt mir eine der Taschenlampen in die Hand und sagt: „Wenn die Hyäne in unsere Richtung kommt, müssen wir laut schreiend auf sie zulaufen und mit den leuchtenden Taschenlampen schwenken. Dann bekommen sie meistens Angst. Kriegst du das hin? Angst darfst du nicht zeigen!“ Welche Alternativen hätte ich denn? Würden wir nachgeben, säßen wir den Rest des Abends ohne Essen in unseren Dachzelten. Kaum hat Nelia die Sätze gesprochen, als in unserem Lichtkreis eine Hyäne auftaucht. Die Augen leuchten im Licht. Ich finde sie furchterregend. Faszinierend und hässlich zugleich. Ein Raubtier! Das Gebiss ist so mächtig, dass sie die starken Knochen eines Wasserbüffels durchbeißen kann. Die ausgeprägten Nackenmuskeln bekräftigen diesen Eindruck. Meist geht sie nach den Löwen an die erlegte Beute. Ein Aasfresser. Manchmal aber jagt sie Leoparden deren Beute ab und manchmal macht sie selbst Beute.

Fressen. Deswegen ist sie wohl hier. Nahrung, am liebsten leichte Beute. Neuerdings auch gern von den Lebensmittelresten der campenden Touristen. Oder wie wäre es mit den Steaks, die bereits auf unserem Grill garen? Also bleibt nur eine Wahl. Es ist keine Zeit, nachzudenken, ob ich Angst habe. Beherzt renne ich schreiend und die Taschenlampe schwenkend auf die Hyäne zu. Ich komme von links, Nelia von rechts. Die Hyäne ist sichtlich irritiert und eingeschüchtert. Sie dreht ab und verschwindet wieder in den Büschen. Unsere Männer sind noch mit dem Aufbau der Dachzelte beschäuftigt und bekommen erst durch das aufgeregte Schreien mit, dass etwas los ist. Schnell kommen sie herbei und wollen helfen. Die Hyäne ist weg. Wir bleiben noch eine Weile so stehen und warten, ob sie zurückkommt. Doch sie lässt sich nicht mehr sehen.

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